Lipödem (Fettabsaugung)

Was ist das?

Ein Lipödem ist eine Erkrankung des Unterhautfettgewebes, bei der sich Fettzellen unkontrolliert an den Hüften, Po, Beinen und Armen vermehren. Im Lipödem selber befindet sich eine erhöhte Anzahl von Blutkapilliaren (Kleinste Blutgefäße, die Flüssigkeit an das Gewebe abgeben), wodurch es zu Schwellungen und Schmerzen kommt.

Ursachen

Genaue Ursachen sind nicht bekannt, grundsätzlich wird eine hormonelle Ursache hinter dieser Krankheit vermutet, die sich durch Spannungsgefühle, Schmerzen und Erschöpfung in den Beinen erstmalig bemerkbar macht.

Stadium und Typ

Die Krankheit schreitet in der Regel chronisch fort, so dass sie entsprechend dem Schweregrad in verschiedene Stadien und Typen eingeteilt wird. Die gängige Form der Stadieneinteilung, berücksichtigt die Beschaffenheit der Haut und des Gewebes, jedoch nicht den Schmerz. So kann eine Patientin bereits in Stadium I unter starken Schmerzen in den Extremitäten leiden.

  • Stadium I: Hautoberfläche glatt, Unterhautfett verdickt, Fettstruktur feinknotig.
  • Stadium II: Hautoberfläche uneben, Fettstruktur grobknotig.
  • Stadium III: Gewebe zusätzlich derber und härter, großlappig deformierende Fettlappen.
  • Stadium IV: Zusätzlich starkes Lipolymphödem.

Bei der Klassifizierung der Typen werden vier unterschiedliche Verteilungsmuster unterschieden, bei denen die betroffenen Körperareale in den Fokus rücken.

  • Typ I: Das Unterfett an Gesäß und Hüften sind betroffen (Bildung der sogenannten Reiterhose)
  • Typ II: Ausbreitung des Lipödems bis zu den Knien, es kommt zur vermehrten Bildung an den Innenseiten des Knies
  • Typ III: Gesäß, Hüfte, Ober und Unterschenkel sind betroffen
  • Typ IV: Beine und Arme sind betroffen

Fettabsaugung (Liposuktion) des Lipödems

Bei der Behandlung des Lipödems, muss das krankhafte Fettgewebe möglichst vollständig entfernt werden, um eine Fortschreitung der Erkrankung zu verhindern. Bei der Behandlung des Lipödems sind die üblicherweise eingesetzten Methoden der Fettabsaugung nicht geeignet, da hier die Gefahr besteht, Lymphgefäße zu verletzen.

Im Vergleich zur kosmetischen Liposuktion, darf die Absaugkanüle an den Beinen und Armen nicht kreuz und quer durch die abzusaugende Zone geführt werden, da sonst die Gefahr besteht, die parallellaufenden Lymphbahnen zu verletzen. Die gilt besonders wenn an der Innenseite der Beine abgesaugt wird, da sich hier auf engstem Raum 4 bis 6 Lymphbahnen durch den „Flaschenhals des Lymphabflusses“ zwängen.

Darauf sollten Sie noch achten:

In einem persönlichen Beratungsgespräch mit Ihrem plastischen Chirurgen bzw. dem operierenden Facharzt sollten Sie ausführlich über die geplante Methode zur Fettabsaugung des Lipödems reden.

Ohne solide Kenntnis der Anatomie des Lymphgefäßsystems ist eine erfolgreiche Behandlung des Lipödems eher unwahrscheinlich.

Es ist wichtig zu wissen, dass trotz aller Sorgfalt bei chirurgischen Liposuktionen, sich Komplikationen nie ganz vermeiden lassen. So kann es zum Beispiel zu Nachblutungen, Thrombosen, Infektionen oder Wundheilungsstörungen kommen.

Da eine Schönheitsoperation nicht Bestandteil des Leistungskatalogs der gesetzlichen Krankenkassen ist, müssen die Kosten für derartige Nachbehandlungen von Ihnen übernommen werden. Das besagt § 52 Abs. 2 SGB V – Gesundheitsreformgesetz. Sollte also eine Anschlussbehandlung notwendig sein, bleiben Sie auf den Kosten sitzen – sofern Sie keinen zusätzlichen Versicherungsschutz abgeschlossen haben. Das daraus entstehende finanzielle Risiko für Sie als Patient kann durch den Abschluss der medassure beauty Folgekostenversicherung aufgefangen werden.

Beispiel einer Komplikation bei Diagnose Lipödem aus der Praxis:

  • Kreislaufbeschwerden postoperativ, Bildung eines Seroms nach ca. 2 Wochen
  • Folge: Verlängerung stationärer Aufenthalt um eine Nacht, ambulante Punktion aufgrund des Seroms
  • Kosten: 1.600 EUR, Kostendeckung durch medassure

 

Weitere Informationen zur Fettabsaugung finden Sie hier.